Newsletter September 2021

 


Newsletter September 2021

Ich grüße Sie herzlich!

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Winterhoff wurde ich noch auf den Blogbeitrag von Udo Baer aufmerksam gemacht, in dem er seine Überlegungen zu der Debatte teilt und sich für eine kulturelle Verankerung der Kinderwürde in unserer Gesellschaft ausspricht.
Den Blog  von Udo Baer und Claus Koch empfehle ich Ihnen gerne, auch unabhängig von dem Beitrag: www.kinder-und-wuerde.de

“Von einem der auszog, das Entwürdigen zu verbreiten …” (Udo Baer)

Zwei Filme setzen sich mit dem Verhältnis von Kindern und Erwachsenen und den Möglichkeiten dieses Verhältnisses auseinander, die ich Ihnen gerne empfehlen möchte.
Rebecca Hinzmann hat sich beide Filme angeschaut:GOOD ENOUGH PARENTS.
“Vor ungefähr 30 Jahren wusste ich ziemlich genau, was ein Kind braucht.“, beginnt der Regisseur Domenik Schuster seinen Film, während man ihn selbst als Baby im Arm seiner Eltern sieht.
Was brauchen Kinder? Diese Frage stellt Dominik Schuster sich selbst und auch verschiedenen Menschen, die sich beruflich intensiv mit dieser Frage auseinandersetzen.
Bindung und Beziehung sind zwei Worte, die in diesen Gesprächen zentral sind und es wird deutlich, dass es unterdessen sehr viel Wissen über die Relevanz dieser Aspekte gibt.
Deutlich wird in den Gesprächen aber auch, dass die Bedeutung der Bindungstheorie zwar bekannt ist, aber noch nicht überall handlungsleitend ist, wo sie es sein müsste. Warum ist das so?
Die Vorstellung von Erziehung ist geprägt durch gesellschaftliche Leitideen (historische und gegenwärtige). Es scheint immer noch leicht die Begleitung von Kindern im Sinne einer Erziehung misszuverstehen, die „eine Verabreichung einer bestimmten Behandlungsform“ darstellt. Die alten Muster schleichen sich immer wieder ein.
„Am Ende, so scheint es mir, geht es also um Würde.“, beginnt das Resümee von Domenik Schuster.
Der Film erkundet das Spannungsverhältnis, in dem wir heute leben und während ich ihn sehe formuliert sich in mir die Ausgangsfrage um:
Was brauchen die Erwachsenen, um gut genug für sich und ihre Kinder da sein zu können?

GOOD ENOUGH PARENTS
Domenik Schuster
DVD 10,00 €
Stream ab 8,50 €

Kindheit.
Im Dokumentarfilm “Kindheit” werden Kinder und Erwachsene in einem Waldkindergarten in Norwegen ein Jahr begleitet. Im Zentrum des Films stehen der „Klub der Sechsjährigen“ und Kristofer, ein Pädagoge.

Menschen (auch Kinder) brauchen Menschen, die ihnen in ihrem Erleben begegnen, sich selbst zeigen und die Bedeutung des jeweiligen Moments anerkennen. Zugleich brauchen sie das Vertrauen, eigene Erfahrungen machen und Herausforderungen begegnen zu dürfen.
Wie sich die Erwachsenen und die Kinder hier begegnen, scheint mit Selbstverständlichkeit von Respekt und Vertrauen geprägt zu sein.
Margreth Olin hat mit ihrer Kamera viele kleine Begebenheiten eingefangen und lässt sie für sich stehen. Dadurch wird deutlich, wie viel Bedeutung in vermeintlichen Kleinigkeiten liegen kann, wenn der Umgang mit ihnen von einer wertschätzenden Haltung geprägt ist.

Kindheit
Margreth Olin
Norwegisch mit deutschen Untertiteln

GOOD ENOUGH PARENTS
Kindheit (ARTE Mediathek)

ddif Hotline – reden hilft! 030 / 814 525 90
„Ein grundsätzliches Danke“ sagt Alina NiezgodaIch überlege schon länger, worüber ich diesmal aus der Hotline berichten kann. Gab es in  letzter Zeit ein Gespräch, welches mich tiefer berührt hatte? Welches Thema aus dem üppigen Strauß der Anliegen könnte vielleicht auch für andere gerade relevant sein? Aus all den spannenden Beratungen – welches Erlebnis kann ich gut erzählen und gleichzeitig die Anrufer*in schützen? Ich verliere mich immer wieder in Überlegungen. Verzweifelt über die fehlende Inspiration will ich aufgeben. So komme ich nicht weiter. Ich schmunzle – an dem Punkt angelangt, könnte ich eigentlich selbst die ddif – Hotline anrufen…

Und im gleichen Augenblick nehme ich den Gedanken wahr – “nein, das geht nicht.” Ich bin überrascht und werde wach – das geht nicht? Ja, ich müsste zugeben, dass ich etwas nicht schaffe, dass ich ein Problem nicht alleine lösen kann. Ich müsste mich dem stellen, dass ich gerade Hilfe brauche und dass es gerade nicht gut läuft. Und überhaupt, ist mein Problem nicht zu nichtig? Es ist doch nicht so schlimm.

Ich halte inne und erinnere mich an meine Gesprächspartner*innen. Sie mussten sich oft wirklich überwinden, um die Hotline anzurufen. Ich denke daran, wie schwer es ihnen in dem Augenblick war, aus dem eigenen Leben zu erzählen. Dafür gibt es viele nachvollziehbare und gute Gründe, manche davon erlebe ich immer wieder selbst. Doch was mir gerade präsent ist, ist das Gefühl des Durchbruchs und die Ahnung von dem Mut, der dahinter steckt. Das brachte  jede/r Anrufer*in mit – obwohl es schwer war, sprachen sie mit uns Berater*innen und das inspiriert mich sehr. Vielleicht erreichen meine Worte sogar jemanden von Ihnen – vielen Dank an Sie und Euch dafür, dass Ihr immer wieder anruft.

Ein Seminar
„Grenzen, Regeln, Konsequenzen in gleichwürdigen Beziehungen “
Wenn wir mit anderen zusammen leben oder arbeiten, stoßen wir unweigerlich an Grenzen –die eigenen und die der anderen. Regeln sollen das Miteinander richten, doch dann stoßen wir wieder an Grenzen, wenn einzelne die Regeln nicht beachten. Obwohl wir wissen, dass es immer um die Qualität der Beziehung geht, greifen wir immer wieder zu  Sanktionen. Gegenüber Kindern und Jugendlichen liegt diese Aufgabe – auf die Qualität der Beziehung zu achten – vollständig in der Verantwortung der Erwachsenen. Es ist eine Tatsache, dass wir Erwachsenen dafür nicht viele Vorbilder hatten und erst dabei sind, neue gangbare Wege kennenzulernen.1-tägiges Seminar: 25. Oktober 2021 (09:00 – 16:00 Uhr)

Grenzen, Regeln, Konsequenzen – Seminarangebot

Beratung für Paare und Familien
In den letzten eineinhalb Jahren war es nicht möglich, aber jetzt laden wir wieder Paare und Familien zu kostenfreien Beratungen im Rahmen unserer Ausbildungsmodule ein.
Teilnehmende der Ausbildung im 3. oder 4. Jahren führen die Gespräche unter direkter Supervision der erfahrenen Dozent*innen. Die Paare und Familien bekommen eine kompetente Beratung  und erhalten gleichzeitig Einblick in das Supervisionsgeschehen. Ein Gewinn für alle Beteiligten.
Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie mehr Informationen zu unserem Beratungsangebot in einem der Ausbildungsmodule bekommen wollen.Per Mail info@ddif.de oder per Telefon 030 / 24 17 11 10.

Wir freuen uns auf Ihre Anfragen.

Familientherapieausbildung
Der nächste Ausbildungsjahrgang wird im November beginnen. Durch die Verschiebungen im letzten Jahr sind wir für diesen Jahrgang auf dem perfekten Datum gelandet.
Der 11. ddif Jahrgang startet am 11.11. diesen Jahres. Darauf werde ich auf jeden Fall mit der Runde anstoßen.
Die Gruppe wächst, aber noch gibt es freie Plätze und ich freue mich, Bewerber*innen an unseren nächsten Infoabenden kennenzulernen.Infoabende für die vierjährige Ausbildung
Di  14. September 2021 um 20:00 Uhr, in der Remise und hybrid
Do 07. Oktober 2021 um 20:00 Uhr, online

„Vom Gehorsam zur Verantwortung“
In den 6 Modulen der Weiterbildung vermitteln wir die Grundlagen, die Jesper Juul in dem gleichnamigen Buch zusammen mit Helle Jensen formuliert hat. In der konkreten Arbeit an den aktuellen Beispielen der Teilnehmer*innen erlebt die Gruppe im Prozess und Dialog die Wirkung von gleichwürdigen Beziehungen.Der nächste Kurs beginnt am 8. Oktober 2021 und Interessierte sind noch herzlich willkommen.

Infoabend für die Weiterbildung „Vom Gehorsam zur Verantwortung“
14. September 2021 um 18:30 Uhr, hybrid in der Remise

Empathie Training
Im Sommer 2022 beginnen wir mit der nächsten zweijährigen Ausbildung. Auch über dieses Angebot möchten wir Sie informieren und laden Sie zu einem online Treffen mit Helle Jensen und  Christine Ordnung ein.Infoabend fürs Empathie Training
13. September um 18:00 Uhr, online

Infoabende

Dienstags im ddif: „Verdiente und unverdiente Strafe“
Von Erwachsenen, die noch bestraft wurden, höre ich öfter, dass sie zwischen verdienter oder gerechter Strafe und unverdienter oder ungerechter Strafe unterscheiden.
Darüber möchte ich mit Euch und Ihnen beim nächsten Dienstag im ddif laut nachdenken.28. September, 19:00 – 21:00 Uhr

Dienstags im ddif

Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Spätsommer.

Liebe Grüße

Christine Ordnung

Anmeldung sowie Fragen rund um Organisation:
Franca Kriesel · Telefon:
030 / 2417 1110 · E-Mail: franca.kriesel@ddif.de