Newsletter Mai 2021

 


Newsletter Mai 2021

Ich grüße Sie herzlich!

Die Temperaturen steigen, die dritte Corona Welle scheint abzuklingen und das Impfen geht voran.
Die Tendenz sieht gut aus. Es besteht die Chance, für den Herbst zu planen. Ich spüre Freude allerdings noch verhalten. Und es bleibt die Ungewissheit für Jugendliche und Kinder. Sie stehen ganz am Ende der Impfschlange.
Eine Rückkehr zur „Normalität“ können wir nicht so schnell erwarten. Mit den Aus- und Nachwirkungen der Zeit mit Beschränkungen beschäftigen wir uns an dem nächsten Dienstag im ddif nach der Sommerpause.

Dienstags im ddif
Bis nach der Sommerpause setzten wir unsere Veranstaltung Dienstags im ddif aus. Wir pausieren, da wir wegen der Verordnungen die Abende nicht als Präsenzveranstaltungen anbieten können.
Ab August laden wir Sie wieder jeweils am letzten Dienstag des Monats in die Remise ein.
Dienstag, den 31. August um 19.00 Uhr
„Was Eltern und Kinder belastet; was Eltern jetzt tun oder lassen können.“

Dienstag im ddif

Familientherapie in der Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Annika Peyk hat 2018 die ddif Ausbildung abgeschlossen und hat mir von ihren Erfahrungen in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiartrie geschrieben. Ich freue mich sehr über ihren Bericht und danke Ihr für die Erlaubnis, die Zeilen hier zu veröffentlichen.
Es ist schon erstaunlich,  dass die Zuschreibungen wie „oppositionelles und aufsässiges Verhalten“ noch als Vokabeln in Diagnosen für Kinder auftauchen. Unter Einbeziehung der familiären Perspektive kann der Sinn hinter dem Verhalten eines Kindes erkannt und ihm anders begegnet werden.

„Ich arbeite nun seit einem Jahr in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Das bedeutet, zu uns kommen Eltern mit ihren Kindern, wenn es große Schwierigkeiten Zuhause oder in der Schule/dem Kindergarten gibt, mit der Bitte herauszufinden, was (mit dem Kind) los ist. Zu Beginn hatte ich Sorge, dass ich in einer Praxis, die einen verhaltenstherapeutischen Schwerpunkt hat, nicht bindungs- und beziehungsorientiert familientherapeutisch arbeiten kann. Würde die Art und Weise, die ich im ddif gelernt habe hier hineinpassen?
Gestartet bin ich mitten in der ersten Corona-Phase und trotz all der Widrigkeiten, die das mit sich gebracht hat, bin ich sehr offen von meinem Chef und meinen Kolleg*innen (Verhaltenstherapeut*innen, systemische Berater*innen) aufgenommen worden. Ich erlebe, dass meine Art, die Familiensysteme zu sehen, einen anderen Blickwinkel in die gemeinsame Arbeit bringt und es als Bereicherung für die Praxisarbeit gesehen wird. Ich arbeite nun neben der Diagnostik viel und längerfristig mit den Eltern in der Elternberatung. Zurzeit kann ich aufgrund der Personenbeschränkungen durch die Pandemie weniger die ganzen Familien begleiten, was aber grundsätzlich auch möglich und gewünscht ist, und von den Ärzten auch empfohlen wird.
Ich freue mich, dass unsere erlebnisorientierte „ddif-Sichtweise“, mit beziehungsorientiertem Blick auf das System, von meinem Chef und meinen Kolleg*innen als Bereicherung für die Praxis gesehen wird. So kann ich meine Sichtweise der Familiendynamik im Austausch mit den Ärzten schildern und Kinder, die sonst vielleicht eine Diagnose wie z.B. „Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten“ bekommen hätten, werden mehr gesehen und bekommen (erstmal) keinen „Stempel“. Dann ist die ärztliche Empfehlung Eltern- oder Familienberatung, um auf die Suche zu gehen, was in der Familie los ist und welche Unterstützung nötig ist.“

ddif Hotline – reden hilft!
Ein Einblick in die Praxis.

Es war schon immer schwierig, aber jetzt ist es noch schwieriger.
„Ich bekam einen Anruf – eine Frau, voller Verzweiflung und Fragezeichen, berichtete über ihre enormen Anstrengung innerhalb der Partnerschaft. Ihr Partner, existentiell durch die Verluste in der Pandemie bedroht, wird noch selbstzerstörerischer, sein Verhalten sei nicht mehr auszuhalten. Sie möchte helfen und engagiert sich aus vollem Herzen in sein “besser-werden”. 
Nur… es funktioniert nicht, die ganze Arbeit scheint wie umsonst zu sein. Das Verhalten des Partners ändert sich nicht. Und das, obwohl er in seinen besseren Phasen sich des drohenden Absturzes sehr bewusst ist. In unserem virtuellen Raum steht die Frage “wieso geht es nicht, was mache ich falsch?” 
Das weiß ich auch nicht.
Die Bemühungen sind für mich nachvollziehbar – es fällt so schwer, einen geliebten Menschen in einer schwierigen Lage zu sehen. “Es geht mir nur dann gut, wenn es Dir auch gut geht” höre ich zwischen den Zeilen, “es geht mir schlecht, wenn es Dir schlecht geht…”. Die Anruferin fühlt sich plötzlich abhängig und ich ertappe mich selbst dabei, wie ich meinen Kindern “helfen” will, wie sehr ich alles wieder gut machen will. Schnell weg vom Schmerz, es soll allen gut gehen. 
Unser Gespräch geht noch weiter und in mir weckt der Austausch etwas, dem ich mich später noch  für mich widme. Im Moment werde ich mir wieder stärker meiner Impulse bewusst. Wie bin ich, wenn es dem anderen nicht gut geht? Wie ist es, anzuerkennen: “ja, es ist gerade schwierig und traurig”? Diese Gedanken teile ich mit der Anrufer*in. Ich weiß nicht, was ihr Mann braucht, aber ich höre zu, wie es ihr geht.“ 

ddif Hotline – Reden hilft! (030 / 81 45 25 90)

Bohana – Abschiedskultur, die lebt www.Bohana.de
Ich hatte die Internetseite von Bohana schon vor einiger Zeit vorgestellt. Heute möchte ich gerne auf den 13. Bohana Newsletter hinweisen.
Anne Kriesel stellt darin Menschen vor, die mit trauernden Familien arbeiten. Sie beschreiben, welche Auswirkungen es auf Eltern und Kinder hat, wenn ein Kind oder Elternteil stirbt und welche Begleitung und Unterstützung sie brauchen und wer sie anbietet.
Ich danke Anne Kriesel von Herzen, dass sie Sterben, Trauer und die Verarbeitung von Trauer ins Leben holt.

Wenn ein Familienmitglied stirbt, gerät das „Familienmobile“ ins Wanken. Eine Rolle fehlt im Familiengefüge. Das Mobile wieder in Balance zu bekommen, ist ein echter Kraftakt. Zusätzlich zur eigenen Trauer muss sich jeder neu orientieren. Jeder Mensch erlebt den Verlust anders. Viele wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Alle sind ein wenig sprachlos. Wohin mit mir, mit meinen Gefühlen, mit meiner Trauer, mit meinen Tränen? Nicht immer passt es zu reden. Manchmal fehlt auch jemand zum Reden. Familientrauerbegleiter:innen sind da, wenn Eltern und Kinder Hilfe und Unterstützung brauchen. Es ist wichtig, Zeit und einen geschützten Raum zu haben, um seiner Trauer Ausdruck zu verleihen. Trauer muss gelebt werden.“

Familientrauerbegleitung (bohana)

Helle Jensen im Gespräch mit Anne Hackenberger
beim “Mit Kindern wachsen” Online-Kongress

„Helle Jensen gibt uns Einblick in ihre Arbeit als Familientherapeutin. Sie sagt, dass die Verantwortung für die Beziehungsqualität zu Kindern voll und ganz bei uns Erwachsenen liegt. Gerade deswegen ist es wichtig, dass wir verstehen, dass die Beziehung zum Kind immer in einen umfassenderen Familienkontext eingebettet ist.“

Das Interview wird am 27. Mai sowie am 30. Mai um 10 Uhr jeweils für 24 Stunden freigeschaltet und kostenlos zu sehen sein.

Link zum Online-Kongress

Tägliche Kurznachrichten  – SMS: Sein – Mich Spüren
Im Rahmen des Schulprojekts „Empathie macht Schule“ ist diese Idee entstanden. Wir mussten die Fortbildungsmodule mit den Pädagog*innen der Projektschulen aussetzen und wollten aber gerne mit ihnen in Verbindung bleiben. Außerdem wollten wir an die kleinen Momente zum Innehalten erinnern, um Empathie mit sich selbst zu üben. Wir verschicken nun seit Herbst täglich Kurznachrichten mit Angeboten zum Innehalten, sich spüren, seiner selbst gewahr sein und mehr.
Die Aktion hat großen Anklang gefunden, so dass wir nach technischen Wegen gesucht haben, die Nachrichten ohne hohe Kosten an viele Menschen zu verschicken. Die Entwicklungs- und Testphase geht dem Ende entgegen.

Hier einige  Beispiele:

  • Mach eine halbe Minute nichts und gönn dir drei bewusste Atemzüge.
  • Spüre, was Du jetzt gerade von Deinen Füßen wahrnimmst.
  • Lass die Augen für einen Moment zu gehen, so dass sich Deine Aufmerksamkeit nach innen richtet.

Sie können sich ab sofort dazu anmelden und in etwa 14 Tagen werden Sie täglich Erinnerung bekommen zum Innehalten bekommen,

Schicken Sie dafür die ausgefüllte Einwilligungserklärung an rebecca.hinzmann@ddif.de

Und sagen Sie es gerne weiter!!

Einwilligungserklärung für die Kurznachrichten
Einführungstext für die Kurznachrichten zum Innehalten

Infotreffen für Aus- und Weiterbildung
Die Treffen werden online per Zoom stattfinden.
Es sieht ganz danach aus, dass wir ab der zweiten Jahreshälfte wieder verlässlich planen können. Mit dieser Zuversicht lade ich sie herzlich zum nächsten Infoabend ein.

Dienstag, 18. Mai  2021

  • 18.30 Uhr für die Weiterbildung „Vom Gehorsam zur Verantwortung“
  • 20.00 Uhr für die vierjährige Familientherapieausbildung

Ich freue mich auf Ihre Anmeldungen und auf die Begegnung mit Ihnen.
Die Einladung  zu dem Zoomtreffen schicken wir Ihnen vorab zu.
Bitte melden Sie sich bei Interesse für den Infoabend an: info@ddif.de

„Das stille Leuchten“

Anja Krug-Metzinger hat für ihren Film „Das stille Leuchten“ Helle Jensen interviewt und während des Seminars „Intelligenz des Herzens“ Aufnahmen gemacht.

Jetzt ist dieser als als VOD erhältlich mit vielen zusätzlichen Interviews mit Vera Kaltwasser, Anna Gamma, Helle Jensen, Eveline Degani-Bischof, Mark Milton, Caroline Sost, Adelheid Tlach-Eickhoff und Dominik Werner:

Das stille Leuchten (vimeo) Deutsch
Das stille Leuchten (vimeo) Englisch

Ich wünsche Ihnen sonnige Frühlingstage.

Liebe Grüße
Christine Ordnung

Anmeldung sowie Fragen rund um Organisation:
Franca Kriesel · Telefon:
030 / 2417 1110 · E-Mail: franca.kriesel@ddif.de