Newsletter Februar 2020

Newsletter Februar 2020

Ich grüße sie herzlich!

Als ich im Sommer in Dänemark war, hat mich Helle Jensen auf einen Artikel in der Tageszeitung aufmerksam gemacht. Ein dänischer Pädagoge hat in der Nachkriegszeit ein Projekt, das Kindern und Jugendlichen eine Unterkunft und Bildungsmöglichkeiten anbietet, organisiert. Kinder und Jugendliche waren durch die Doktrin der Hitlerjugend auf den Nationalsozialismus eingeschworen. Es gab verschiedene „Umerziehungsprogramme“, die mehr oder weniger erfolgreich waren. Tage Hind konnte den Jugendlichen mit ihrer Überzeugung begegnen, sie gut behandeln und damit seine Werte und Haltung leben und vermitteln.
Wir müssen heute einen Weg finden, wie wir mit den radikalisierten Kindern umgehen, deren größter Traum ist, ein heiliger Krieger zu werden, wie es im Artikel heißt.
In den Tagen des Gedenkens an die Befreiung von Ausschwitz habe ich wieder an den Artikel gedacht. Der Bundespräsident Walter Steinmeier hat als erster Deutscher die Einladung bekommen in Yad Vashem zu sprechen. Er ist dieser bedeutenden Einladung aus meiner Sicht mit der angemessenen Demut und der notwendigen Klarheit gegenüber der Schuld Deutschlands nachkommen.
Lesen Sie hier den Artikel von der Journalistin Anne Haubek übersetzt von Kerstin Schöps.

Nach dem Sieg steht gleich der nächste Kampf an- Anne Haubek
Efter sejren kommer der en ny kamp – Anne Haubek

„Dienstags im ddif“
Beim ersten Impulsabend „Dienstags im ddif“ waren wir knapp 20 Personen.
Die Abende sind dafür gedacht, dass wir vom ddif zu einem Thema unsere Gedanken als Input geben und dann Zeit zum Austausch untereinander ist.
Wir wollen an den Dienstagen Anstöße und Anregungen geben. Ich hoffe, dass uns das beim Auftakt dieser Dienstagsreihe gelungen ist.Die nächsten Impulse sind:
Dienstag, 25. Februar 2020:
„Nein – eine wertvolle Antwort“Dienstag, 31. März 2020:
„Wenn Kinder Jugendliche werden“  Wir zeigen Ausschnitte aus dem Vortrag von Jesper JuulDienstag, 28.April 2020:
„Mein selbstbestimmtes Kind“ in Anlehnung an des im Januar erschienene Buch von Jesper Juul

Termine und Informationen zu den Dienstagen im ddif

Der Empfang
Unserer Einladung zum Auftakt für das Projekt „Empathie macht Schule“ in der Brüder-Grimm-Grundschule am 30. Januar 2020 sind rund 100 Gäste gefolgt. Vertreter der Kontrollschulen sind gekommen und von den Experimentschulen waren viele der Pädagog*innen anwesend. Uns hat es Spaß gemacht und ich hatte den Eindruck, dass sich auch die meisten Gäste wohl gefühlt haben.Im März erlebt die erste Hälfte der Kollegien das erste der sechs Fortbildungsmodule mit Helle Jensen.
Mehr über „Empathie macht Schule“ können Sie auf der Website www.empathie-macht-schule.de lesen.

Das Feierabendseminar
Wir haben ein neues Angebot „erfunden“. Die Anfrage zu dem Seminar „Grenzen, Regeln, Konsequenzen“ ist anhaltend groß. Aus Mangel an ganztägigen freien Terminen ist die Idee entstanden, die sechs Stunden eines Seminartages auf zwei Nachmittag von jeweils 17:00 – 20:00 zu verteilen. Zum ersten Mal können Sie das Feierabendseminar an folgenden Tagen buchen:

Am Montag, den 23. und Dienstag, den 24. März bieten wir das erste Feierabendseminar an.

Ich bin neugierig, ob wir Interessent*innen für diese Zeiten finden.

Regeln, Grenzen, Konsequenzen – Feierabendseminar (Flyer)

Lehrgang: Training Empathy
Am Donnerstag, 6. Februar beginnt das dritte Empathie Training mit Helle Jensen, Katinka Götzsche, Peter Hoeg und Martjin van Beek.
Bei der Belegung der letzten Plätze gibt es noch Bewegung. Um drei Plätze kreisen im Moment noch zwei Bewerber*innen.
Also – wer kurz entschlossen aufspringen will, hat noch Chancen.
Ich wünsche allen Teilnehmer*innen intensive Tage im Haus am Schüberg in Ammersbek.

Training Empathy (Flyer)

„Mein selbstbestimmtes Kind“
Das neue Buch von Jesper Juul, das er nie schreiben wollte und es doch getan hat, – erschienen im Januar im Kösel VerlagSelbstbestimmte oder autonome Kinder waren Jesper Juul ein Anliegen – ich denke auf Grund seiner eigenen Geschichte. In der Ausbildung und in Seminaren hat er immer wieder von Kindern mit großem Autonomiebedürfnis erzählt, aber er wollte kein Buch darüber schreiben. Es sollte keine neue Kategorie definiert werden, es sollte zu keiner „Diagnose“ werden. Ich bin froh, dass dieses Buch dennoch erschienen ist, und es ist in der Hand der Leser*innen und der Fachleute, eine Diagnose zu vermeiden.
Immer wenn J. Juul erzählte, wie er mit Eltern autonomer Kinder arbeitet, dachte ich an das Zusammenleben mit unserer Tochter. Sie ist kein autonomes Kind, wie Jesper sie charakterisiert, aber meine Bestreben war es, auch meinem Kind in der Weise gleichwürdig und vertrauenswürdig zu begegnen, wie Juul es für autonome Kinder beschreibt. Der Unterschied ist wohl, dass unsere Tochter uns Eltern übergriffiges und belehrendes Verhalten viel großzügiger nachsehen konnte, als es die Kinder können, die in dem Buch gemeint sind. Für autonome Kinder ist ihre Entscheidungsfreiheit eine existenzielle Notwendigkeit, die sie nicht aufgeben können. Das führt zu schmerzhaften Auseinandersetzungen für Kinder und Eltern. Kinder zahlen dafür oft einen hohen Preis und Eltern verlieren das Vertrauen in ihre Elternschaft.
Ich bin noch nicht oft Familien begegnet, auf die das zutrifft. Aber wenn betroffene Familien dann von Juuls Ausführungen und seinen Vorschlägen für die täglichen Abläufe hören, reagieren sie spontan mit großer Erleichterung.
Zur Veranschaulichung zitiere ich eine kurze Passage aus dem Buch und denke mir, dass alle Erwachsene ihre Unterhaltungen mit Kindern im Hinblick auf Kritik und Belehrung überprüfen können.
Zwei kurze Dialoge aus dem Buch auf Seite 20 ff.:Es geht also darum, vertrauenswürdig und entgegenkommend zu sein, wie der folgende Dialog veranschaulicht:
Sohn: „Papa, bringst du ich nachher ins Bett?“
Vater: „Ja gern. Was meinst Du, welche Zeit passen würde?“
Sohn: „So um neun“
Vater: „Oh, um neun ist es schlecht, da muss ich mit Thomas telefonieren. Hast du einen anderen Vorschlag?“
Sohn: „Dann eben um halb neun …. aber früher will ich nicht, Papa!“
Vater: „Halb neun passt gut. Ich freu mich.“Beachten Sie, dass der Vater auf jegliche Belehrung verzichtet und damit Gleichwürdigkeit herstellt.
Schauen wir ein weiteres Beispiel an:Tochter: „Papa, bringst du ich nachher ins Bett?“
Vater: „Ja gern. Was meinst Du, welche Zeit passen würde?“
Tochter: „So um neun“
Vater: „Das ist mir zu spät. Nach neun ist nur Papa-Zeit, wenn Du krank bist. Sonst ist das meine Erwachsenen-Zeit.“
Tochter: „Okay, dann gehe ich eben allein ins Bett. Aber kannst Du mir um halb neun noch was vorlesen?“
Vater: „Das tut ich gern.“Auch in diesem Fall sorgt der Vater für ein gleichwürdiges Verhältnis, indem er sich abgrenzt, statt seiner Tochter Grenzen zu setzen. Sie ist sieben Jahre alt und weiß genau, dass ihre Eltern finden, sie ginge zu spät ins Bett. Das haben sie ihr schon klargemacht, als sie noch fünf war, deshalb, müssen sie es nicht jeden Abend wiederholen. Falls sie es täten, würden sie ihrer Tochter vermitteln, dass sie schwer von Begriff sei.Sie können das Buch zum Preis von 20,- € bei uns bestellen unter info@ddif.de
Wir schicken es Ihnen zuzügl 3,- € Versandkosten mit Rechnung zu.

Aus- und Weiterbildung
Für die vierjährige Familientherapieausbildung und die Weiterbildung „Vom Gehorsam zur Verantwortung“ gibt es noch freie Plätze.Im letzten Jahr haben Helle und ich unsere Kräfte für das Schulprojekt gebündelt. Es war enorm viel Arbeit und es waren Arbeitsfelder, mit denen wir bisher nicht viel zu tun hatten. Das machte alles noch aufwendiger.
Dazu kam noch der Einzug in die Remise – wunderbar – aber auch dabei gab es viel zu tun.
Im Herbst wurde mir dann deutlich, dass ich den nächsten Ausbildungsjahrgang für Familientherapie vernachlässigt hatte. Ausgerechnet der 10. Jahrgang am ddif hatte kaum Zulauf. Wegen einer Terminüberschneidung mit dem Empfang haben wir den Anfang auf April verschoben.
Jetzt sieht es gut aus. Die Mindestteilnehmer*innenzahl ist zwar noch nicht erreicht, ein paar Plätze müssen noch belegt werden, aber ich bin mir sicher:
Der Jubiläumsjahr ddif 10 wird am 18. April 2020 in der Villa Fohrde beginnen.Wenn Sie sich für die Ausbildung interessieren, schicken Sie uns Ihre Bewerbung. Wir laden Sie herzlich zum nächsten Infoabend am 20. Februar 20. Auf Nachfrage schicken wir Ihnen vorab unsere Infomappe zu.
Und erzählen Sie es auf jeden Fall weiter.Die Weiterbildung „Vom Gehorsam zur Verantwortung“ hat die Mindestteilnehmer*innenzahl erreicht und hat noch ein paar Plätze frei.

Infoabend

Seminare 2020
Eine ausführliche Beschreibung zu den einzelnen Seminarangeboten finden Sie auf unserer Website.
Die nächsten Seminare sind:

Freitag, 13. März
Bauen mit Lego in der Familienberatung

Freitag bis Sonntag, 20. – 22. März
Stimme in der Therapie

Mittwoch, 1. April
Wenn Kinder Jugendliche werden

zum Seminarangebot

Ich wünsche allen einen guten Februar, dieses Jahr mit 29 Tagen.
Liebe Grüße
Christine Ordnung

Anmeldung sowie Fragen rund um Organisation:
Franca Kriesel · Telefon:
030 / 2417 1110 · E-Mail: franca.kriesel@ddif.de